THEMA:

Humor

Passend zum Faschingsstart am 11.11.2015 um 11:11 Uhr

Über Humor (=Feuchtigkeit/Saft) zu trocken zu schreiben, ist nicht sehr heilsam, daher das Trockene nur in Kürze: Dass Lachen gesund ist, weiß nicht nur der Volksmund, es ist inzwischen auch wissenschaftlich klar bewiesen. Lachen stärkt das Immunsystem, massiert den Unterbauchbereich, ist gut gegen Herzinfarkt, setzt Glückshormone frei und... und... und... Wer lacht, kann sich auch wirklich nass machen - nicht nur, wenn er (im psychischen Ausnahmezustand) Tränen lacht.

Der therapeutisch wohl wertvollste Humor ist das Lachen über sich selbst: Das geht über Tiefstapeln deutlich hinaus: Selbstironie kann dazu dienen, uns kleiner zu machen, damit wir durch die vorgetäuschte Schwäche umso stärker sind. Dies ist hilfreich. Noch besser ist es aber, wirklich etwas Distanz zum übergroßen Ego zu schaffen. Wer sich selbst zu ernst nimmt, nimmt auch die kleinsten Probleme zu ernst und ist auf dem sicheren Weg in Depression.

Deshalb ist es sicher kein Zufall, dass viele östliche Weise im Moment ihres "Erwachens" in Gelächter ausbrachen. Jüdische Intellektuelle sind für ihre scharfen Judenwitze bekannt; in der katholischen Kirche gab es an Fasching Parodien auf die Rituale des Gottesdienstes.

Lachen bringt Zustände und Personen auf ein menschliches Maß - und das gilt auch für uns selbst.

 

Texte von Jürgen Albers (Sachbuch-Redakteur beim Saarländischen Rundfunk, Kabarettist und Autor von drei Satirebänden zum "Kleinen Großmeister" zuletzt Erleuchtung mit Hindernissen.
Der Kleine Großmeister sitzt nach, OD-Verlag 2006.